hier kommen die  Lieder  & Lied- Texte

 

 7. "Wat`n Theater man"      oder:    "Wat is´n los mit mir hier" (Blues)
1.  Moritat vom Häusermord  
 
2.  Bruckhausen – Walzer
 3.  Ur – zustand  -    oder -     am Ende war die Erde
 4.  Bir Mayis  - 1. Mai                 -  türk.- deutsch
 5.  Ausländerfragen                     - türk.-deutsch
 6.  Bergmann`s Schunkel Walzer  -  Gesänge des Ruhrgebiets  LP


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Wat`n Theater, man
oder : 
Wat is´n los mit mir hier - (Blues)

  Text: Frank Baier     Jan 2007/              Apr.07
  Musik: Blues ( b-dur)                  Baier/      
 
                         Uke , b-harm   / p, git, dr,

Ker, wat is`n los mit mir hier -   ? hab ich den Aufbruch verpasst ?
Ich bin fremd hier und gehe   -     nicht mehr vor die Tür.
Wat soll ich da draußen bei die Aliens –
                                                  mich versteht da sowieso keiner mehr.

Sitz mit grünem Gesicht vor der Glotze, man  –
und schau mir draußen dat große Theater an.

Ker, wat is`n los mit mir hier – hab ich den Aufbruch verpennt ?
Da ist keiner mehr, der mit mir brennt –
                                                        die rennen alle hinter der Kohle her.

Und die reden alle wie anne Börse –
                                                         und der Ackermann, dat ist ihr Held.
Jeder weiß, was er für`n raffiniertes Schlitzohr ist
                                             Und wie er munter den kleinen Pisser prellt. Jau

Die Menschen gehen wie die Fliegen auf  Scheiße,  
fressen Scheiße, kucken Scheiße und reden auch so.  
und die Sprüche werden immer flacher –  
je schöner das Köpfchen und das Zähnchen glänzt.    
     

   Ja und hör dir mal im Pott die Kumpels an 
Jau, bei Opel & ei Krupp, da gehen die Lichter aus 
Und geht dat bei Krupp platt, stirbt die Stadt mit.  
Und die machen da noch ihre Kohle draus. Jau. 

    

Instr.:        B-harm  

Ker, mach mir getz nich dat Hemd am Flattern 
Und getz sachze auch noch, ich wär doch nich ganz normal. 
Früher, da standen wir doch alle wie ein Baum am Wasser.   
Und jetzt knickst du weg, du Pfeife, dat is fatal.  

 

Ich schau mir dat große Theater an, 
schau mal, wie die uns verarschen, man
Kuck dir bloß mal dat ganze Theater an
 
Dat is fatal   - oder is dat normal ?         
                                     

     Instr. (2) :   Git             

   

         Als der Nigger Jim aus dem Urwald kam  
                                                 Text: David Weber  - Musik  : Hans Eisler   

 
   

 
         

 
   
   
   
       
     
     
   
   
   
   
   

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Moritat vom Häusermord  
                                          
                                                                                 Text :
Thomas Rother  (2016)

Kennst Du Bruckhausen am Vater Rhein?
Wird lange nicht mehr Bruckhausen sein,
heißt Abbruchhausen, kein Einzelfall,
und Abbruchhausen ist überall.

Refrain:

Hör Vater Rhein das Klagewort
von diesem großen Häusermord.
Sie machen unsre Häuser platt und reißen unsren Stadtteil ab
als wär er ein Kalenderblatt:   Ich hab es satt!

 

Ach Vater Rhein , in Duisburg Nord  
blasen die Planer zum Häusermord,
kein Fluch hilft, Himmel, Arsch und Zwirn,
der Bagger wütet samt Abrissbirn !
   

 

Die alten Häuser, so geliebt,
werden jetzt durch den Schredder gesiebt,
sie warn das Zuhaus, gerne bewohnt,
sind nun verplant und nicht mehr geschont.

 

Nach hundert Jahrn, oh welche Not,
Omas Häuschen der Baggertod droht.
Schrottkerle fleddern, es rechnet die Bank.
Abrisswahnsinn macht viele so krank.

 

Und wenns zerstört ist, wie zerbombt,
als Leichentuch ein Rasenstück kommt,
deckt Schande zu, liegt oben drauf.
Hört dann das Häuserermorden auf?

 

Kennst Du Bruckhausen am Vater Rhein?
Wird lange nicht mehr Bruckhausen sein,
heißt Abbruchhausen, kein Einzelfall,
und Abbruchhausen ist überall.

Refrain :

Hör, Vater Rhein das Klagewort
von diesem großen Häusermord.
Sie machen unsere Häuser platt
und reißen altes Leben ab,
als wär es ein Kalenderblatt:
                                            Wir haben es satt!

Dank an Wolf Biermann, von dem die Zeile „Ich hab es satt!"
entlehnt worden ist.

                                

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 BruckhausenSchC3B6ner950

Bruckhausen – Walzer

                                                   Text und Musik: Frank Baier (1978)

1.  Dienstags ist in Bruckhausen immer BIB
hört sich verdammt lustig an – ist es auch  - obwohl einigen so langsam das Lachen vergeht
zuerst ging uns der ewige Dreck auf den Wecker,
wenn die nämlich bei Thyssen den Qualm abblasen -  da bleibt dir glatt die Luft weg

Bloß weil die keine Filteranlagen einbauen
sollen wir jedesmal vorm Abendbrot -  den Sand mit Besen und Kehrblech vom Tisch fegen.

Refrain :  Yulmas, mach dat Fenster zu - im Werk da wir gestochen
die Flamme lodert hell empor -
                                        ich hab den Koks gerochen !

 2. Dann reden die dauernd von „Abreißen – Schandfleck!“
 um sich im Stadtrat schneller nach obenund im Werk in den Aufsichtsrat zu buckeln!
„ Is nich ! “ haben wir vom BIB gesagt: „Is nich !  Ein Hochfeld reicht uns! Von wegen verkommen lassen –
Ausländer rein, weil man die schneller rausschmeißen kann -   und dann Kahlschlach !   Kahlschlach ! “

Bloß weil die für ihre Werke Parkplätze brauchen
sollen wir aus unseren billigen Wohnungen rausgeschmissen werden
und so´n Stadtrat kriegt dafür die „Silberne Planierraupe  -  mit Eichenlaub und Spitzhacke“.

Refrain :  Kläre, hol den Farbtopf raus - jetzt malen wir Plakate:
„Abgerissen wird hier nicht! Renoviert hier Haus und Straße!“

3. War doch klar, daß bei der Sanierungspropaganda
dat große Muffensausen losging! Wat war?
-  Emma macht ihren Kramladen dicht
an den Häusern rieselt der Putz runter und die Gasrohre zischen.
Und der Onkel Doktor meint, er weiß nicht, wat Staublunge auf Türkisch heißt, 
und schließt die Praxis!

Bloß weil die prophezeien: „Bruckhausen ist in fünf Jahren tot!“
Sollen wir uns gefallen lassen, wie man uns den Kran abdreht,
und die Wanne langsam leerlaufen läßt,  -  und uns hier den Spaß am Wohnen nimmt.

4. So langsam wird Bruckhausen wach – aus dem Dornröschenschlummer.
die Herren im Stadtrat werden schwach –   ATH kriegt Liebeskummer.

5. Wat ist nur mit den Bruckhausenern los – die lieben uns ja nimmer
welch Rechte sich der Bürger nimmt – das wird ja immer schlimmer

6. Jetzt feiern sie noch unverschämt – die Türken singen mit
mit Jung und Alt beim Stadtteilfest – hoch lebe BAB und BIB

7. Heinz-Gerd, jetzt spann die Ponys an – wir woll´n ´ne Runde drehen
für unser neues Bürgerhaus – Bruckhausen es soll leben!

Refrain:
Yulmas, mach dat Fenster zu - im Werk da wir gestochen.
die Flamme lodert hell empor   - ich hab den Koks gerochen.


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Ur – zustand  1
- und am Ende war die Erde wüst und leer -
Text:Frank Baier © Jan 1977

 

Am Anfang war die Erde wüst und leer
nur Urschlamm, Flechten, Tümpel
nur Dämpfe steigen auf, fast ist es Nacht und ringsumher
kein Mensch und kein Getier – hier ist kein Leben - 
ist kein Leben.

Und der Herr, der alles in der Hand hat und da oben sitzt
sprach: macht ruhig etwas Licht damit
wenn da mal Menschen sind, es ihnen nützt
und nicht so ganz im Dunkeln sie ihre Arbeit soll‘n verrichten

Wanderer, gehst du, falls dir nicht Angst und Furcht
hoch kriecht mit jedem Schritt, der dich von Ruhrort
dort vom Hafen, auf Marxloh zu, durch diese Schlucht
von Kokereien, Kühltürmen, Hochöfen führt.

Schütze dein Haupt vor Steinstaubschlag
werfe dein Gewand um Nase und Mund, deck die Augen ab
damit du weder erstickst noch geblendet wirst
wähle festes Schuhwerk.

 Erschrecke nicht, wenn große Rohre rauschen
über deinem Kopf
und unter dir die schmalen Flüsse
dampfend in der Erde
verschwinden,
so daß du niemals wissen kannst

woher das kommt, wohin das gehen werde.

 

Bleib unbeirrt, wenn aus dem Wasserdamp, der dich umgibt
ganz plötzlich riesig hoch und über dir die Flamme
aus drei großen Töpfen hell lodert und als Gas erstirbt
solch Zeichen – kein Symbol – und doch Naturgewalt?
Nein, kein Naturgewalt !

Denn wisse, was der Mensch erbaut hat,
das kann er auch
zerstören! Und noch mehr!
Die heilige Stadt, sie wurde auch nicht zerstört an einem Tag
will man es gründlich machen.
Erde zu Erde – Asche zu Asche – Staub zu Staub

 

Dich drängt, ich weiß, es weg von dem Bedrohenden
hin zu den menschlichen Gebäuden, weg von den
unmenschlichen, woher der Regen fällt
wo du dahinter doch den Rhein vermutetest

 Ein unterirdisch Gang * siehst du, ein Stollen führt dich in das Nichts
durch diese letzte Ader wirst du durchgespült
durch Tunnel, unter Brücken, an deren Ende durch den Dampf
siehst du was übrig blieb von Alsum

Alsum - Atlantis der Neuzeit – vom Stahl umspült
vom Stahl in die Tiefe gestampft
begraben unter Bergen von Schutt
durchbohrt von Trichtern und Rohren

Ein anderes Land ist hier, verwüstet
aufgerissen, zerstört, getötet
verbaut und ausgesaugt
Kläranlagen, Hallen, Rohrstraßen,
                                               Müllkippen bis hin zum Rhein
-
gebraucht und verbraucht bis zum Urzustand.

Und am Ende war die Erde wüst und leer
Nur Urschlamm, Flechten, Tümpel
nur Dämpfe steigen auf, und ringsumher
keine Mensch und kein Getier, hier ist kein Leben -
                                                                   ist kein Leben.

Und der Herr, der Thyssen,
                             der alles in der Hand hat und oben sitzt
sprach: macht ruhig etwas Licht, damit
wenn da mal Menschen sind, es ihnen nützet
und nicht so ganz im Dunkeln sie ihre Arbeit solln verrichten.

Und das ist der Grund,
                               warum in Bruckhausen die Straßenlaternen
noch heute brennen Tag und Nacht
Klein Ankara – Stadt der ewigen Lampen.  
                                     12.Jan . 1977                                       
         

        später:       1979

Und der Herr
Wanderer gehst du
Schütze dein Haupt
Erschrecke nicht
Bleib unbeirrt
Doch wisse
Dich drängt
Ein unterirdisch Gang
Ein anderes Land
Und am Ende war die Erde wüst und leer
Und der Herr, der alles in der Hand hat
Urzustand

Im Duisburger Norden gibt es mehrere Stadtteile, die innmittelbarer Nähe der Schwer-Industrie-Trasse längst des Rheines liegen.Hier geht es seit mehreren Jahren um Sein und Nicht-Sein – um Fressen und Gefressen werden.

Der frühere Ort Alsum am Rhein wurde zur Außenwelt hin abgeschnürt, durchbohrt und ausgeräuchert. Der letzte hartnäckige Bauer wurde von dem Großkonzern und Giganten „Thyssen“ eingekauft. Jetzt nagt der Industrie-Riese weiter am nächsten Stadtteil „Bruckhausen“. Hier sind bereits über die Hälfte der Bewohner Türken – im Volksmund „Klein Ankara“ genannt.

* Matena-Tunnel   - gesperrt 2015 -  zugeschüttet 2017

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Bir Mayis - 1. Mai (deutsch) 

 

Bir Mayis - 1. Mai (deutsch)

 

Text: 

Sarper Özsan

nach einem Brecht-Text übersetzt

  Musik: Trad. Türk. – seit 1979 in der Türkei gesungen + verboten
  Text       ins Deutsche übersetzt.                 
  -   Mesut   Cabancaouglu
  Text- übertragen ins singbare Deutsche     
   -   Frank Baier -            1983
 

     
     
   
   

1

Es war gestern – es ist auch noch heute
Es gibt Macht und Kampf und Schmerz
Dieser Druck wird dann nicht mehr bestehn`
Wenn wir uns einig sind.
Wir müssen lernen, endlich zu verstehn`
Dass die Völker Brüder sind.

1. Mai   -   1.Mai
Fest der Arbeit überall der 1.Mai.
Fest der Völker aller Länder
Auf das die Menschen sich befrein`.

Bir Mayis         -   Bir Mayis
Iscinin , Emekcinin ,   BayramI.
Devremin sanli yolunda
I lerleyen Halkin BayramI.


 Große Worte sind so leicht gesagt
Bei diesem Fest zum   1. Mai
Der neue Morgen kommt nicht von allein
Wir brauchen deine Kraft und deine Tat.
Brauchen auch deinen Mut – um uns zu befreien
Damit wir Völker Brüder sind.

1. Mai   -   1.Mai
Fest der Arbeit überall der 1.Mai.
Fest der Völker aller Länder
Auf dem Weg der Revolution.

1.Mai 1977 – Massaker auf dem Taksim-Platz -      34 Tote
–                                                   -      500.000 Menschen

 aus dem türk. übersetzt :    Taifun Demir
Text der 2.Strophe+   und übertragen ins singbare :
                                                     Frank Baier      -  14. April 1983    
                     

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 Bir mayis - 1. Mai -  aus booklet der LP "türkisch - deutsche Lieder"

 

 

 

 

   
   
   
 
 

Abbruch Haus mit Bagger thumb
  

       
   
   
 
 
   
 
       

 

Ausländerfragen 

Ausländerfragen    ( deut - türk)  
                                 oder : Wo ist des Arbeiters Vaterland
                                                                                                                                                    text u. musik : frank baier
Arrang. :    frank baier &   mesut cobancaoglu
                                         türkische Übersetzung  und   Übertragung ins Singbare :    mesut cobancaoglu

 
 

1.   Wenn sie da an der Ecke stehn - und ihre Zigaretten drehn
Ob Deutsche oder Türken.
Denn beide sind jetzt arbeitslos -   bei beiden ist die Sorge groß
Doch einer muß jetzt gehen.

Wer war´s, der sie geholt hat in das Land?  
Wer, der dieses Ausländer-Gesetz erfand?    Wer hat den Lohn für sie gesetzt?  
Wer hat sie durch die Presse gehetzt?

Refr.                       Wo ist des Arbeiters Vaterland?
Überall da wo er schafft mit seiner Hand
II:   Und das ist diesmal hier :II

2.   Die Suppe, die jetzt bitter schmeckt - Weil alle Fettaugen abgescheppt
Die wollt ihr oben nicht mehr löffeln.

Erst lockt ihr sie mit Werbesprüchen -        dann schockt ihr sie mit Rechtsbrüchen 
Und setzt sie vor die Tür. 

 Wer hat an ihrer Wohnungsnot verdienst?
Wer hat sie „dreckige Sau“ beschimpft?
Wer hat die „Krise“ aufgebracht - Und sie dann arbeitslos gemacht?

Refr.                             Wo ist des Arbeiters Vaterland?
Überall -   da wo er schafft mit seiner Hand.      
II: Und das ist diesmal hier :II

3.  Und wer mit ihm zusammenlebt - mit ihm am Arbeitsplatze steht
Dem Türk zum Freund geworden.

Man schiebt ihn in die Heimat ab - man bringt ihn Kraft Gesetz auf Trab.
                                                                  Er ist Muskelschrott geworden!

Refr.                     Wo ist des Arbeiters Vaterland?
Überall - da wo er schafft mit seiner Hand

II : Und das ist diesmal hier! : II

Fin.  :                        Also, Ihr Herren, nicht euer Vaterland.
                                      Nicht Blut, nicht Boden - oder Gott gesandt.
                                      Nein, diesmal sind es wir.
                                      Nein, diesmal sind es wir!

Türkisch    (übertr :  mesut)

Surada kösede duranlar -     Sigarasini saranlar –      
türk ya da Alman olsunlar.

Ikisi de issiz simdi   -    Dertleri birbirinden büyük   -   
Iclerinden biri gitsin mi ?


 Refr.     Nerdedir is cilerin vatani
Nerede yaratirsa orada  -     Ve bu sefer de burada.

Also ihr Herren (türk) :

Evet beyler, degil yalniz sizing öz vataninit -
Kanzis kinzis bir yasam -

Bu kader degil.
Hayir, bu sefer de biziz       -         Hayir, bu sefer de biziz

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Ausländerfragen Text

Ausländerfragen o Titel Noten

 

 Ausländerfragen türk Text

 Auszug aus dem booklet zur LP "türkisch - deutsche Lieder"  pläne 1986 
- "Ausländerfragen"  -  Autor unbekannt

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Bergmanns Schunkelwalzer xx

Melodie:  "Keinen Tropfen im Becher mehr    -                   Text: unbekannt *
*
so gesungen von den Bergleuten auf Zeche Achenbach(noch bis ca.1992)

Manche Tage hat man ein Pech - Säge, Beil und Priem ist weg,
Lampe tut versagen,Schlauch geplatzt und Rohr verstopft -
F
ingernagel blau geklopft,
II :
sing anstatt zu klagen : II


Kohle fest und Panzer leer -
Troll und Haspel läuft nicht mehr,
Holz und Lutten fehlen,Bahn zu weit und Stempel bricht -
und der Bergrat auch in Sicht,
II :
Steiger tut krakeelen. : II


Einen Blick ins Förderbuch - Flöz gestört und Streb zu Bruch,
Stapelkorb in Splitter.Ei, das ist doch gar zu toll -  
hundert Wagen unterm Soll,
Ei, das ist doch gar zu toll -   hundert Wagen unterm Soll,
II : ach du "Kreutz - gewitter" : II


Früh der Wecker hat versagt - Fahrrad auch kaputt gejagt,
Butterbrot verloren.
Mittags hungrig heimgerannt - und das Essen angebrannt,
II :
sing anstatt zu rumoren : II


Also Freunde, seid gescheit   - bleibet friedlich jederzeit,
denn das ist gesunder.Jeder Sturm, der geht vorbei   -  
und es folgt ein schöner Mai
II :
stets dem kalten Winter : II


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Als Nigger Jim aus dem Urwald kam  

Als Nigger Jim aus dem Urwald kam - Und sich ein Trambahn-Ticket nahm
//: Zwischen Harley und Manhattan ://
Da brüllten die Herren: Hinaus mit dir - Was willst du dreckiger Nigger hier
//: Bei unsern weißen Manschetten?! ://
Und sie packten ihn beim Kragen - Und sie warfen ihn vom Wagen
//: Hinunter auf den Damm, -  hinunter auf den Damm. ://
Denn die Herrschaften mit der helleren Haut -
 Die dachten, sie hätten die Straße gebaut - und auch die schöne Tram.Darum gibt es eine Abteilung für weiße Gentlemen,
Darum gibt es eine Abteilung für schwarze Gentlemen
In der Trambahn, in der Trambahn- die von Harlem nach Manhattan führt
(Darum gibt es eine Abteilung,  mein Junge,  merk es dir.)Als der Nigger Jim  bei der Jazz-Band war -
                                                   da war seine Bar die schönste Bar
//: Zwischen Harley und Manhattan ://
und es kamen zu ihm die weißen Herrn - Und sie hörten die traurigen Lieder so gern
II: Und  bekotzten die weißen Manschetten :II
Und sie soffen wie die Tiere – und sie brüllten wie die Stiere
//: die Moonlight-Melodie :// -  die Moonlight-Melodie -
Und sie waren vom Whisky & Gin wie verhext
und sie hörten deshalb nicht den neuen Text -  //: den der Jim gemacht für sie ://
Warum gibt’s denn eine Abteilung für weiße Gentlemen….Und dann kam der Krieg und die Prohibition-
           und so mancher kriegt seinen letzten Lohn
 //: Zwischen Harley und Manhattan ://
Jimmy zog nach Süden, da brüllten sie: -  er hat eine Lady geküsst, das Vieh!
//: Und warfen ihn dreifach in Ketten  ://
Doch als man ihn wollte hängen -         mit biblischen Gesängen.
//: da befragt den Pfarrer der Jim:// „Ob die Herrschaften mit der helleren Haut
Am Ende auch den Himmel gebaut?   //: Denn ach, das wäre schlimm://Sicher gibts dann auch 'ne Abteilung für weiße Gentlemen,
Sicher gibts dann auch 'ne Abteilung für schwarze Gentlemen,
//: In der Trambahn, in der Trambahn,   die von Harlem in den Himmel führt ://
In der Trambahn, in der Trambahn, die zum Paradiese führt.
Sicher gibts dann auch 'ne Abteilung, - in der Trambahn, die zum Paradiese führt!

                     


 Kohlenpott-Rap

Über unsern Kohlenpott
                  (Streets of London)
Text:    Frank Baier & Gandhi Chahine
Musik:    Ralph McTell - SOG
Arr.:    Frank Baier – Sons of Gastarbeita
    Uke, c-harm + band

Frank
  - voc    
Neulich war ein Film im Fernsehn  -  über unsern Kohlenpott
ich fiel ja bald aus alle Latschen    -  ker, wat war dat schön
Kühe aufe Wiese grasen  -  siehsse keinen brasseln, niemand rasen
die Ruhr könnt glatt en Bergsee sein  -  fast klar bis aufn Grund.
Refrain     voc                                                        +        C- harm  -  instr.
Rap-Fredddy
Frank    
Siehse dat so inne Flimmerkiste  -  krisse richtig Bock auf Urlaub hier
ährlich, wat is da Mallorca  -  gegen unsern Kohlenpott.
Die Kinder im Revierpark  -  ham echt Spaß und wat für`t Abenteuer
und inne Kolonie ganz friedlich  -  sitzt der Opa auffe Bank.
.    Ich hol dich ab am Bahnhof  -   und wir gurken mitte Straßenbahn
in den Norden raus nach Marxloh  -  wo die Werke stehn.
Wie glücklich der Malocher is  -  dat siesse dann beim Feierabend
wenn wir da am Werktor stehn  -  und die Hütte hat grad Schicht.

Refr.
/all    Jau wat ist dat schön im Kohlenpott - und wat wird für die Malocher all getan.
weil wir alle so schön schuften  -  sorgen die für uns am Feierabend
und machen uns noch gratis  -  Luft und Wasser warm.

Frank    Ich zeig dir wat die Blagen machen  -  wolln die mal tofte schwimmen
wo der Vatter nur en Moped hat  -  und die Mutter en dicken Bauch.
Die gehn anne Emscher durchn Zaun  -  anne Kläre oder Köttelbecke
denn der See liegt, wo die Fetten wohnen  -  und Asche kost´ dat auch.
Neulich war wieder ´n Ding im Fernsehn  -  Streik in unserm Kohlenpott
da sah es plötzlich anders aus  -  und du fragst noch, warum.
Hier kloppt man Nachtschicht und Akkord  -  die brasseln mit und ohne Stempeluhr
denn der Blaumann ist kein Smoking  -  hier is kein Fernsehparadies !
Refr. /all    Jau wat is dat schön im Kohlenpott.....

Gandhi
 -voc    Ich leb bei dir oh Ruhrgebiet in meiner eigenen Welt
Meine Welt im Westen ist die die mir gefällt
Ich kenne dich seit ewig mein ganzes Leben lang
Dein Atem deine Stimme  hmmm, deren Klang.
Ich fühle mich verraten geborgen verkauft
Wir teilen alle Sorgen – werde ich mißbraucht  ?!?
Alle Kriesen überstanden viele mehr als ich
Ich liebe dich ich hasse dich so richtig innerlich.
In dir ist viel Leben geboren aus der Not
Dein Herzschlag wider den Tod
Von außen verachtet von vielen verlacht
Mit Skepsis betrachtet doch läßt man außer acht:
Du bist meine Heimat mein Salz und mein Brot
Du bist mein Ufer mein Anker mein Boot.
Wir sind viel mehr als man von außen sieht
Ich weiß ganz genau, was mit uns geschieht.

Refr. /all    
Na, is dat so schön im Kohlenpott  -  und wat wird für die Malocher all getan
II: weil wir alle ganz schön schuften  -  nich für lau und nich für gratis
woll´n wir wat vom Leben  -  und vom Feierabend ham.
    
    
3. Strophe : Text : c. by  Gandhi Chahine , aus dem Song „RWI“      von SOG – Sons of Gastarbeita

                                                            


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