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Frank Baier: Erfolg mit den „Gesängen des Ruhrgebiets"

                                                                                                               Rh-Post - 22. Juli 2016 -

VON ECKART PRESSLER

Es ist schon ein besonderer Coup, der dem Duisburger Liedermacher Frank Baier gelungen ist: seit Mona­ten schon steht seine LP „Gesänge des Ruhrgebiets 1870-1980" auf der TOP-20-Liste der deutschsprachi­gen Liedermacher; der Titel„ 14 Pro­zent Dividende" belegte ab März 2016 den zweiten Platz, nun den dritten. Das Lied beschreibt dasUn­glück auf Zeche Anna in Alsdorf im Jahr 1930, bei dem 270 Bergleute ihr Leben lassen mussten. Trotz all dem Leid, die Dividende war bis zum Jahr 1942 garantiert. Erstaunlich, wie nah und aktuell dieses 75 Jahre alte Lied aus der Arbeitswelt ist

Ein Jahrhundert Reviergeschichte
in  Liedern

WAZ / NRZ                                      Freitag, 2. Dezember 2016

Michael Zachcial

Duisburg.
Bis an die Decke vollge­stopft mit LPs, Musik- und Video-Kassetten, mit Aktenordnern, CDs, Fotos, Plakaten, Flugblättern und Briefen ist das Zechenhäuschen in der Homberger Rheinpreußen-Siedlung. Seit den 80er-Jahren wohnt und arbeitet Frank Baier hier. Seine einzigartige Ruhrgebiets­liedgut-Sammlung enthält unzähli­ge „Kulturdokumente ersten Ran­ges", sagt Michael Fischer, Direktor des Zentrums für populäre Kunst und Musik (ZPKM) an der Albert­Ludwigs-Universität Freiburg, wie das 1914 gegründete deutsche Volksliedarchiv mittlerweile heißt. Dorthin wandert Baiers Archiv.

Die Sammlung des Duisburger Liedermachers Frank Baier geht ins Deutsche Volksliedarchiv in Freiburg

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Frank Baier - eine Rarität ....
“Warum der Ruhrgebietsbarde eigentlich zu den vom Aussterben bedrohten Sänger-Arten gehört, ist auch eine Frage, die viel sagt über Zeiten, in denen wir leben…
   
(Jens Dirksen)  - WDR 28.10. 2015

" Gesänge des Ruhrgebiets" - Frank Baier geht auf Tournee

WAZ – Westdeutsche Allgemeine Zeitung - 28.10.2015

"Gesänge des Ruhrgebiets" - Frank Baier geht auf Tournee

http://www.derwesten.de/kultur/das-klingende-ruhr-liederbuch-id11227877.html#plx1366037812

Tackert um sein Leben: Ruhrgebietsbarde Frank Baier mit den Covers für seine neue Vinyl-LP.Foto: Michael Dahlke

Jens Dirksen

Duisburg.

Revierbarde Frank Baier presst drei Jahre nach seinem Liederbuch „Gesänge des

Ruhrgebiets 1870-1980“ auf Vinyl – und geht jetzt damit auf Tournee.

Warum der Ruhrgebietsbarde eigentlich zu den vom Aussterben bedrohten Sänger-Arten gehört, ist auch so eine Frage, die viel sagt über die Zeiten, in denen wir leben. Frank Baier jedenfalls ist eine dieser Raritäten
und gibt auch mit 72 keine Ruhe. Baier wohnt in einem verwunschenen Häuschen
Ukulele, die jetzt auf Madagaskar „Frankbaier“ heißt, weil er auf einem seiner zahllosen Festival-Gastspiele der führenden madagassischen Folk-Band das Ukulelespielen beibrachte. Und hier tackert er auch die Hüllen für seine neue Langspielplatte zusammen. Tackert? „Ja, wie damals bei Ton Steine Scherben mit dem ,Warum geht es mir so dreckig’ - Album, ich weiß noch, wie der Rio und die anderen da saßen!“ Und eine Langspielplatte? „Ja, Vinyl klingt besser als eine CD, passt auch besser zu meiner Musik!“, sagt Baier. Also gibt es eine A- und eine B-Seite und zwanzig „Gesänge des Ruhrgebiets 1870-1980“, so der Titel der Platte. Nicht auszuschließen, dass es auch mal eine CD-Fassung gibt, aber erst mal sind jetzt die ersten 500 Vinyl-Exemplare fertig. Sammlerstück-Kandidaten.

 

 

10. Juni 2006 - NRZ

Kritik preist März 1920.
Die aufwändige CD-Produktion ..Lieder der Märzrevolution 1920" (lSBN•3•8101100-7) des Ruhrbarden Frank Baier und der Grenzgänger" ist als „künstle­risch herausragende Neuveröffentlichung" mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet worden. (NRZ)

 

 

 

10. Juni 2006 - NRZ

Kritik preist März 1920.
Die aufwändige CD-Produktion ..Lieder der Märzrevolution 1920" (lSBN•3•8101100-7) des Ruhrbarden Frank Baier und der Grenzgänger" ist als „künstle­risch herausragende Neuveröffentlichung" mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet worden. (NRZ)

 

Alles außer dem Steigerlied

Bettina Schack

                                                                   NRZ . am 18.01.2016 um 05:39 Uhr

Dinslaken.. Zum Schluss hatte Frank Baier seine Mission erfüllt. Ob alte Jazzer-Freunde, Interessenten am politischen Lied oder alte Lohberger, sie alle sangen am Ende des Konzertes im Ledigenheim „Auf einem Baum ein Kuckuck“ mit. Nicht als naives Kinderlied, nicht als geselliger Gute-Laune-Scherz nach einem fröhlichen Abend, sondern sich selbst die Bedeutung bewusst machend, die einst Rio Reiser Frank Baier erklärt hat:  "Der Kuckuck ist das Symbol der Freiheit.“ Das Lied vom Vogel, der zwar vom Jäger erschossen wird, aber zur Freude der Menschen doch wiederkehrt, wurde in der März-Revolution 1848 und in den unruhigen Jahren 1919/20 gesungen. Und in diesem Kontext stand es auch im Konzert am Freitag auf dem Programm. Frank Baier präsentierte seine LP „Gesänge des Ruhrgebiets 1870 – 1980“.

 

 

Dinslaken..  Zum Schluss hatte Frank Baier seine Mission erfüllt. Ob alte Jazzer-Freunde, Interessenten am politischen Lied oder alte Lohberger, sie alle sangen am Ende des Konzertes im Ledigenheim „Auf einem Baum ein Kuckuck“ mit. Nicht als naives Kinderlied, nicht als geselliger Gute-Laune-Scherz nach einem fröhlichen Abend, sondern sich selbst die Bedeutung bewusst machend, die einst Rio Reiser Frank Baier erklärt hat: „Der Kuckuck ist das Symbol der Freiheit.“ Das Lied vom Vogel, der zwar vom Jäger erschossen wird, aber zur Freude der Menschen doch wiederkehrt, wurde in der März-Revolution 1848 und in den unruhigen Jahren 1919/20 gesungen. Und in diesem Kontext stand es auch im Konzert am Freitag auf dem Programm. Frank Baier präsentierte seine LP „Gesänge des Ruhrgebiets 1870 – 1980“.

Es sind Volkslieder im echten Sinne des Wortes. Abbildungen des Lebens, Geschichte und Soziologie eines Standes gegossen in Verse, die zu Melodien gesungen wurden, die eben den Menschen bekannt und vertraut waren, um die es in den Neudichtungen ging. „Bergmanns Schunkelwalzer“ habe sich zu seinem Favoriten entwickelt, erklärt Frank Baier. Ein Kumpel hat die Melodie von „Keinen Tropfen im Becher mehr“ mit einem eigenen Text über die Missgeschicke unterlegt, die einem Bergmann im Berufsalltag widerfahren können. Die Moral lautet „bleibet friedlich“, „es folgt ein schöner Mai stets dem kalten Winter“.

Hoffnung auf bessere Zeiten, die längst nicht jeder Bergmann des Ruhrgebiets erleben durfte. Ob im Streikjahr 1889 oder nach dem schweren Grubenunglück 1925 bei Dortmund mit 136 Toten: Die Lieder ziehen Bilanz eines ausbeuterischen Wirtschaftssystem aus dem Blickwinkel derer, die in dieser Pyramide ganz unten stehen. Löhne unterhalb des Einkommenminimums, das für ein einfaches Leben nötig wäre, Jahrzehnte der harten Arbeit ohne Absicherung. Verlust selbst noch dieser Existenzgrundlage, sollte es für andere, sprich die Unternehmer, wirtschaftlicher sein. Dutzendfacher Feuertod am Arbeitsplatz, weil nicht in die Arbeitssicherheit investiert wird, derweil steigen die Rendite. Frank Baier singt diese Lieder, regt an, über die Gegenwart nachzudenken. Erwähnt Ackermann, aber nicht die Textilindustrie in Bangladesh. Vielleicht ist die Parallele zu naheliegend.

Texte des ehemaligen Bergarbeiters Heinrich Kämpchen, der nach dem großen Streik von 1889 keine Anstellung mehr fand und sich dem Journalismus zuwandte, die erschütternde Ballade vom alten Mus, der 1920 von Freikorps-Soldaten grausam ermordet wurde. In der letzten Strophe lässt Baier seinen „pneumatischen Synthesizer“, das Knopfakkordeon schweigen, singt mit dunkler, rauer Stimme a capella in das Halbdunkel des Ledigenheims. Es ist der Moment, der am tiefsten unter die Haut geht.

Frank Baiers eigene Geschichte: Engagement in DU-Bruckhausen gegen Stadt und August-Thyssen-Hütte, Hungerstreik vor dem Rathaus gegen den Verkauf der Häuser in der Bergarbeitersiedlung Rhein-preußen in Homberg, wo er bis heute lebt. Erinnerungen an Fasia Jansen und ihre Lieder, an den Rap mit Sons of Gastarbeita. Das Ruhrgebiet im Zeitraffer, getaktet in Musik. Ein wenig Jazz schwingt in der Art, wie Baier rhythmisiert, immer mit, die Nähe zum Publikum macht er offenkundig, in dem er seine Instrumente und Noten im Saal zwischen den Stühlen und nicht auf der Bühne aufgebaut hat.

Baier blickt ins Publikum und dann in Gedanken durch die Saaltür hinaus über die Hünxer Straße, wo einst die Kaue stand, in der 1919 die „Internationale“ gesungen wurde. Ein Lied singt er nicht: „Das Steigerlied“. Zu anbiedernd gegenüber den Chefs, sei es. Stattdessen hat er die Version dabei, die auch Ernst Busch sang: „Glück auf, der Ruhrkumpel spricht“.

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 Kattong -  Knast

WAZ - Essen - .27. aug 1971


POLITISCH BEVORMUNDET DURCH FILMSCHNITTE
an einem Sänger-Porträt für das WDR-Fernsehen
fühlt sich der Duisburger Liedermacher Frank Baier.          .           waz-Archivbild

Filmschnitte am Tag vor der-„,Musikwelten"'-Sendung

Liedermacher fühlt sich vom

WDR politisch bevormundet

Duisburger trug Lieder im Funk schon ungekürzt vor

Von HEINZ-ARNDT BRÜGGEMANN                                                                                        waz KÖLN

„Ich protestiere hiermit aufs schärfste gegen diese politische Bevormundung." Das ist der Schlußsatz eines Briefes, den der Duisburger Liedermacher und Autor Frank Baier am vorigen Mittwoch an WDR-Programmdirektor Hans-Werner Hübner richtete. Baier fühlt sich von Höfer­Nachfolger Hübner „zensiert". Als samstagsabends im WDR-Fernsehen ein Porträt des Liederma­chers in der Reihe „Muslkwelten" erschien, waren zwei der Baier-Vorträge beschnitten. „Damit wurden bewußt Konsequenzen meiner Aussage zurückgehalten", beschwerte sich Baier In Köln  

WAZ - 27.Dez 1979 - aus dem Westen

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WAZ - 21.Aug 1971 - aus dem Westen

Kattong - Knast-Konzerte
Kritik-Sänger in Gefängnissen werden Frau Justitia unbequem

 WAZ v 21aug 1971 Justitia

 Kattong : Absagen für beliebte Pop-gruppe -                    WAZ - 21.aug 1971

WAZ aug1971JVA Essen

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preis der deutschen schallplatten-kritik  - NRZ - 10.juni 2006