Trikont -Buch :  
                             DDR- Aufsatz  -
                                   "Lieder & Leute vor Ort"  -   1984 

Story:
Konzert in der DDR – Akademie der Künste -
                    Baier singt   >  "Lieder und Leute vor Ort" -

DDR- Dok.:  1984
           "Lied und politische Bewegung"

Materialien der Arbeitstagung zum 30jährigen Bestehen des Arbeiterliedarchivs
an der Akademie der Künste der DDR - 13. - 15. Febr. 1984

 

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1984 –
ein Liedermacher aus Duisburg (Westdeutschland) bekommt eine Einladung zu einer Arbeitstagung und für ein Konzert in der „Akademie der Künste, DDR“.
Warum?

Das Buch „Arbeiterlieder aus dem Ruhrgebiet“ Frank Baier / Detlev Puls -  S.Fischer-Verlag - Apr. 1981 –  verblüffte die Päpstin des „Politischen Liedes“ in der DDR – Inge Lammel mit dem Lied „ Es zog ein Rotgardist hinaus“ und die Autoren benannten auch den bis dahin unbekannten Autor des Textes : Johannes Leschinsky aus Oberhausen.
Der Bergarbeiter „Hannek“ (78 Jahre)  sang uns März 1980 bei der Veranstaltung  „60 Jahre Märzrevolution 1920“ im Ratskeller Hamborn  
seinen Text des Liedes „Es zog ein Rotgardist hinaus“ zum erstenmal  akapella – stehend – komplett mit allen sechs Strophen ( „meine Herren, … tief Atem holen, ich hab Staub…“)
Das war für uns in dem prall gefüllten Saal im Ratskeller Hamborn eine Bombe.
Uns standen die Nackenhaare hoch.
Johannes hatte sich am Abend vorher hingesetzt und die Strophen neu aus dem Kopf aufgeschrieben. Er war 17 Jahre, als ihm diese unglaublichen Ereignisse mit den Reichswehr- und Freikorp-Soldaten widerfuhren und vor seinen Augen - am Bahnhof Holten – Oberhausen -  der „Alte Muhs“ sein Grab ausschaufeln mußte und da reingeschossen wurde.
„Das hab ich schwer in meinem Kopf verarbeitet“ - Das Thema hat ihn sein ganzes Leben nicht mehr losgelassen.

Und jetzt steht der alte Mann da - stramm wie ein Soldat - und singt uns diese/ seine Hymne.
Das Buch „Arbeiterlieder aus dem Ruhrgebiet“  hat Inge Lammel in ihr Archiv geschickt bekommen.  „Es  zog ein Rotgardist“ war Urbestand in dem
Großen Steinitz – demokratische Volkslieder aus 6 Jahrhunderten “ – aber
so wie im Steinitz war es  falsch.
Johannes fragte mich: „Frank, warum singst du das falsch? Das geht doch ganz anders. Ja, ich weiß das, das ist doch mein Lied.“ 
Also hab ich es von Hannek neu gelernt.
Und das wollte Inge Lammel doch so von dem Duisburger Sänger Frank Baier mal hören. und sie lud ihn zum 30-jährigen Bestehen des „Arbeitliedarchivs“ in der “Akademie der Künste der DDR” nach Berlin zu ihrer “Arbeitstagung” vom 13. – 15. Februar 1984 ein.


Das war nicht unbedingt einfach, zumal ich nicht nur Liedermacher und Archivar, sondern ein Beamter des gehobenen technischen Dienstes, also Staatsbeamter bin. Das ich seit 1979 auch noch auf dem Index des Westdeutschen Rundfunks - WDR Köln stehe,  machte das Ganze noch geschmackvoller.

Ich fahre also nach Berlin und klappe meinen Gitarrenkoffer auf, laß die Quetsche wimmern und sing -  im großen Hörsaal der Akademie und vor der ersten politischen Riege der DDR und der Spitze der FDJ  in der ersten Reihe - also knapp 10 m von mir entfernt - incl. Egon Krenz.

Ich hatte bereits vorher einen Aufsatz  an Inge Lammel geschickt:
als Beitrag in dem Dokumentations-Band (Heft 13) zum 30-jährigen Bestehen des „Arbeitliedarchivs“.
„Lieder und Leute vor Ort – Arbeitsweisen mit alten und neuen Liedern
aus dem Ruhrgebiet.“

Und daran hielt ich mich auch, das war mein Programm für das Konzert.
Und ich rede frei weg, wie ich es auch bei uns im Westen gemacht habe.
Ich erzähle die Geschichten von den Zechensiedlungen und den Kämpfen der Bewohner, den Liedern vor den Werktoren von bestreikten Betrieben, in besetzten Betrieben und Häusern. Singe im Wechsel alte und neue Lieder.
Material hatte ich satt und spannend genug – ich war in meinem Element und völlig angstfrei.  


Lied & politische Bewegung -
Materialien der Arbeitstagung zum 30jährigen Bestehen des Arbeiterliedarchivs
an der Akademie der Künste der DDR -   13. - 15. Februar 1984

 

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